Passionszeit

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Passionszeit. Sie dauert 40 Tage und endet am Ostersonntag. Die Sonntage dazwischen werden nicht mitgezählt. „Passion“ bedeutet „Leiden“. In dieser Zeit wird daran erinnert, dass Jesus Christus für andere gelitten hat – zuerst unter Anfeindung und Verrat, dann wurde er gefangen genommen, schließlich gefoltert und hingerichtet. An Karfreitag gedenkt die Christenheit seiner Kreuzigung, die vom römischen Statthalter Pontius Pilatus angeordnet wurde.

Die Passionszeit wird von vielen Menschen als Fastenzeit begangen. Sie verzichten auf Fleisch oder Süßigkeiten oder auf Getränke wie Wein und Bier oder auf den Fernsehkonsum und das Auto. Menschen fasten aus unterschiedlichen Gründen. Manche wollen einfacnach der Winterzeit ein paar Pfunde verlieren. Für andere dient das Fasten einer inneren, geistlichen Erneuerung. Das eine muss das andere nicht ausschließen. Die sieben Wochen vor dem Osterfest bieten Gelegenheit zur Besinnung, um sich selbst und Gott näherzukommen und Mitgefühl für andere einzuüben, die an Mangel leiden.

Viele Religionen pflegen Fastenzeiten. Von berühmten Religionsgründern wie Moses, Buddha, Jesus und Mohammed ist bekannt, dass sie – aus unterschiedlichen Gründen – gefastet haben. Fasten bedeutet in diesem Zusammenhang: Maß halten, Verzicht üben, das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden lernen und frei werden für neue Einsichten

Quelle: www.ekhn.de

 

Karfreitag

Der Karfreitag macht den Tod von Jesus Christus zum Thema.

Jesus wurde gekreuzigt. Das war eine besonders grausame Hinrichtungsart. Die von Jesus ausgehende Bewegung sollte damit gewaltsam beendet werden. Doch genau das Gegenteil trat ein.

Tatsächlich nimmt das Christentum hier seinen Anfang. Das hat sicher auch damit zu tun, dass das Leben von Jesus Christus und sein Sterben einen inneren Zusammenhang haben. Sie erklären sich gegenseitig. Denn Jesus hat die Botschaft von der Liebe Gottes verbreitet – in Worten und Taten. Seine Gegner reagieren darauf mit Unverständnis und Hass. Die Konsequenzen trägt Jesus am Kreuz. Er steht mit seinem Leben für Gottes Geduld und Gnade ein. Dafür opfert er sich selbst, und andere kommen dadurch zum Glauben – ein Glauben, der unter dem Zeichen des Kreuzes steht.

Nach christlichem Verständnis offenbart sich Gott im Leben und Sterben Jesu. So kann man sagen: Gott leidet in Gestalt des unschuldig Gekreuzigten gemeinsam mit seiner gequälten Schöpfung. Darum wurde das Kreuz zum Zeichen für Mitgefühl und Erlösung. Im Blick auf Ostern ist damit auch die Erlösung vom Tod gemeint.

Denn an Ostern ist Jesus Christus auferstanden, wie seine Jünger bezeugen. Zusammen mit der Osterbotschaft wird der Karfreitag zur Antwort des Christentums auf das Böse in der Welt.

Jesu Tod als Opfer?

Ist es heute noch sinnvoll, den Tod Jesu als „Opfer“ zu deuten? Darüber wird in den Kirchen seit einiger Zeit debattiert. Doch bei allen Kontroversen gibt es Einigkeit im entscheidenden Punkt: Indem Jesus stirbt, lässt sich Gott ganz auf die Welt ein. Das Kreuz symbolisiert, dass Gott auf der Seite der Leidenden und Schwachen steht. Gleichzeitig zeigt es, dass Gott die Feindschaft der Menschen („Sünde“) erträgt und mit Liebe überwindet. Weder das Böse noch der Tod können von Gott, der Quelle des Lebens, trennen.

Zwar steht der Karfreitag im Zeichen der Trauer, aber für Christen bedeutet dieser Tag ebenso, dass Jesus die Beziehung zwischen Mensch und Gott heilt. „Good Friday“ (guter Freitag) heißt er darum auch in England und Amerika. Im Deutschen leitet sich „Karfreitag“ab vom althochdeutschen Wort „Kara“ (Klage, Trauer). In vielen Gemeinden schweigen die Glocken zu den Gottesdiensten. Manchmal ist der Altar schwarz verhängt oder ganz ohne Schmuck. Taufen oder Trauungen finden nicht statt. In der Öffentlichkeit steht der Karfreitag unter dem Schutz des Feiertagsgesetzes, damit er als stiller Feiertag begangen werden kann. Dabei geht es nicht nur um die inneren Themen der Kirche. Der stille Feiertag ist auch ein Zeichen in die Gesellschaft hinein. Er steht für die Solidarität mit den Leidenden in der Welt.  

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Osternacht

Wie in vielen evangelischen Kirchen wird auch bei uns die Osternacht gefeiert. Schon im frühen Mittelalter waren sogenannte Vigil-Feiern bekannt. Als Vigil (Nachtwache) werden Gottesdienste oder meditative Gebetsfeiern am Abend oder in der Nacht bezeichnet. Sie finden auch vor anderen hohen Festen im Kirchenjahr statt. Am bekanntesten sind die Heiligabendgottesdienste zu Weihnachten. Die Feier der Osternacht endet mit dem Anbruch des neuen Tages. In den orthodoxen Kirchen ist es üblich, Kerzen zu entzünden und einzustimmen in den Ruf „Christos anesti!“ (Christus ist auferstanden!). Ähnliche Bräuche gibt es auch in den anderen Konfessionen. Die Feier drückt aus, dass die Gläubigen durch ihren Erlöser zum ewigen Leben gebracht werden, ins Licht, zu Gott.

Speziell zu Karfreitag und Ostern erinnert die nächtliche Feier aber auch an die biblische Geschichte von Jesus, der im Garten Gethsemane in der Nacht vor seiner Kreuzigung die Jünger schlafend vorfindet. Er bittet sie, mit ihm wach zu bleiben und zu beten, damit sie nicht vom Glauben abfallen, wenn er gefangen genommen wird. 

In TRIANGELIS versammelt sich die Gemeinde früh morgens in der Dunkelheit am Osterfeuer vor der Johanneskirche in Erbach. Dabei wird die Osterkerze feierlich entzündet und anschließend unter Gesängen in das Gotteshaus hereingetragen. Von dort her breitet sich das Licht nach der Verlesung des Osterevangeliums in der Kirche aus. In dem stimmungsvollen Gottesdienst, in dem zur Vergegenwärtigung der Auferstehung auch Abendmahl gefeiert wird, geht es immer heller und fröhlicher zu. So vollziehen die Teilnehmer den Weg von Karfreitag zu Ostern mit. Dazu trägt musikalisch der Posaunenchor bei. Anschließend sind alle zum gemeinsamen Osterfrühstück ins Gemeindehaus eingeladen.

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Ostersonntag

Ostern ist das älteste gemeinsame Fest der Christenheit. Gefeiert wird die Auferstehung Jesu Christi von den Toten nach seiner Kreuzigung. Das Osterfest feiert den Sieg des Lebens über den Tod. In der frühen Christenheit fanden oft Taufen an diesem Tag statt.

Im Jahr 325 legte das Konzil von Nicäa den Ostertermin fest: Der Ostersonntag folgt auf den ersten Vollmond im Frühling. Der frühestmögliche Termin ist damit der 22. März undder späteste der 25. April. Aber es sind unterschiedliche Kalender in Gebrauch. Die orthodoxen Kirchen, die sich nach demalten Julianischen Kalender richten, feiern daher an einem anderenTag als die übrigen Kirchen.

Weil die Auferstehung Jesu auf das jüdische Passahfest fiel, gibt es Parallelen zwischen Ostern und Passah. Wichtige Elemente des Passahfestes finden sich auch in der christlichen Symbolik. Etwa das Osterlamm. Im Passahfest erinnert es an die Lämmer, die geschlachtet wurden, bevor das Volk Israel aus Ägypten befreit wurde. Im christlichen Osterfest wird das Lamm zum Symbol für Jesus, der sein Leben gibt, um die Menschen von der Macht der Sünde zu befreien.

Die Herkunft des Namens „Ostern“ für das Auferstehungsfest bleibt ein Rätsel. Möglicherweise leitet sich der Name aus alten Bezeichnungen für die Morgenröte oder eine Frühlingsgottheit ab. Jedenfalls zeigt sich auch hier: Unser heutiges Osterfest hat viele Gebräuche aufgenommen, die ursprünglich nicht christlich oder jüdisch waren. Dazu zählen auch die Ostereier und der Osterhase.

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Ostermontag

Von der Bibel her betrachtet, gehören die Auferstehung Jesu und der Ostersonntag zusammen. Der Montag danach ist eine Verlängerung des Festes und der zweite Feiertag in vielen Ländern Europas ist gesetzlich geschützt– ähnlich wie der Pfingstmontag und der zweite Weihnachtstag. Das erleichtert es vielen Menschen, den Feiertag gemeinsam mit der Familie am Ort oder entfernt wohnenden Verwandten zu begehen. Bei den Gottesdiensten am Ostermontag steht meistens die Emmausgeschichte aus dem Lukasevangelium (Kapitel 24, 13-29) im Mittelpunkt. In dieser Erzählung kehren zwei Jünger Jesu am dritten Tag nach der Kreuzigung von Jerusalem in ihr Dorf Emmaus zurück. Unterwegs begegnen sie einem Unbekannten. Es ist der Auferstandene. Sie erkennen ihn aber erst, als er beim Mittagessen das Brot bricht wie beim letzten Abendmahl. Im selben Augenblick verschwindet er. Sofort kehren die beiden nach Jerusalem zurück und erzählen den übrigen Jüngern, was sie erlebt haben.

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Muttertag in der Kirche

Foto Klaus Wahl

Der Muttertag hat viele Mütter und Väter

Im Laufe der Menschheitsgeschichte sind Ehrentage zu Gunsten von Müttern immer mal wieder begangen worden. Unserer Urahnen legten für die Mütter und  Väter ihrer Götter und Helden Gedenktage ein, im 13. Jh. wurde in England am Sonntag Laetare der „“Mothering Day“ gefeiert, wo man mit der ganzen Familie zur „Mutter Kirche“ ging um zu danken.  Ab dem Jahr 1907 gilt die Methodistin Anna Jarvis als Mutter des heutigen Muttertags, indem sie 500 weiße Nelken zu Ehren ihrer verstorbenen Mutter vor der Kirche verteilte. Danach griff das Muttertagsfieber schnell auf das europäische Festland über.

Ein schöner Gedanke zu diesem Tag ist bei der Evangelischen Kirche in Deutschland zu lesen (EKD):

„…Mutter Kirche war für viele der Ort, an dem sie sich geborgen fühlten. SIE gab ihnen Sicherheit. Vor 800 Jahren schon wurde dieser "Kirchen-Muttertag" gefeiert. Dankeschön sagen - dafür ist der Muttertag da. Und ich entscheide selbst, wem ich danken möchte - meiner Mutter, der Kirche - vielleicht auch meinem Partner oder meiner Freundin. Am Muttertag will ich sagen: Schön, dass es Dich gibt. Dass ich mit meinen Fragen zu Dir kommen kann. Dass Du mir zuhörst….“

Quelle: EKD

Christi Himmelfahrt

„Und es geschah, als Jesus seine Jünger segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel" - so heißt es am Schluss des Lukasevangeliums (24,51) und ähnlich am Beginn der Apostelgeschichte (1,9). Die Bibel berichtet, dass Jesus vor den Augen seiner Anhänger emporgehoben wurde und eine Wolke ihn ihren Blicken entzog. Ein schönes Bild. Die Himmelfahrtsgeschichte ist eine symbolische Erzählung und ein Bild für etwas, das sich nicht anders ausdrücken lässt, als in einer bildlichen Darstellung.

Ein Symbol dafür, Gott nahe zu sein, ist der Himmel. Selbstverständlich sitzen weder Jesus noch Gott auf einer Wolke. Der Himmel, in den Jesus verschwindet, ist theologisch gesehen als Ort der Gottesnähe und der gleichzeitigen Menschenferne zu verstehen. Dieser Ort kann in jedem von uns sein.

Jesus ist nun bei Gott. Er hat bereits den Weg zu ihm gefunden. Gleichzeitig müssen die Menschen auf Erden ohne Jesus zrecht kommen. Sie müssen Abschied nehmen und ihn loslassen.

Jesus hat seine Anhänger jedoch nicht sich selbst überlassen. Er bittet sie vor seiner Abreise, seine neue Ordnung in der Welt zu verbreiten: die Regeln der Bergpredigt, die Feindesliebe. Die Jünger sollen alle Menschen von diesen Regeln überzeugen. Dabei gibt er ihnen auch die Hoffnung, dass er einst wieder kommen wird.

Die Himmelfahrt ist somit das Ende von Jesu Zusammensein mit den Menschen, aber auch Wendepunkt und Beginn von etwas Neuem, nämlich dem Beginn einer christlichen Gemeinschaft in der Welt ohne leiblich anwesenden Jesus.

Die Geschichte schildert den Weg Jesu zu Gott - und dies feiern zahlreiche christliche Gemeinden.

In TRIANGELIS wird in der Rege konfirmiert – Beginn von etwas Neuem. Junge Leute feiern den Eintritt ins kirchliche Erwachsenendasein – mündige Kirchenmitglieder.

Quelle: EKHN

Erntedankfest

Traditionell bedanken sich Christen beim Erntedankfest bei Gott für die Gaben der Ernte. Bei uns sind Kirche und Altar mit Früchten, Getreide, Brot, Blumen, Kürbissen, Nüssen und vielem mehr geschmückt. Schon in vorchristlicher Zeit haben sich Religionen und Kulturen mit Festen und Bräuchen bei ihren Göttern für den Ernteertrag bedankt oder um eine gute Ernte gebeten.

Für uns Christen hat das Erntedankfest jedoch eine besondere Bedeutung, die eng mit dem christlichen Schöpfungsglauben verbunden ist. Gott als Schöpfer des Himmels und der Erde trägt dafür Sorge, dass es uns Menschen an nichts, was das Leben erhält, mangeln wird. So hat er versprochen: „solange die Erde besteht, sollen Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht aufhören" (1. Mose 8, 22).

Christen glauben, dass Menschen zwar Wachstum und Erhalt der Natur beeinflussen können, aber das es nicht die Leistung des Menschen ist, dass es überhaupt wächst und gedeiht. So gilt der Dank am Erntedankfest ganz bewusst dem „täglichen Brot“, für das im Vaterunser (unser tägliches Brot gib uns heute) jeden Sonntag gebetet wird.

Am Erntedankfest 2013 fand ein Familiengottesdienst in der mit Früchten des Herbstes geschmückten Johanneskirche statt.

2009 stand Janoschs Geschichte von der Fiedelgrille und dem Maulwurf im Mittelpunkt. Spielerisch präsentiert wurde sie von den Kindergarten-Kindern. 2010 gab es ein großes Dankfest in Verbindung mit dem 20. Jahrestag der Deutschen Einheit. 2011 ging es um die Dankbarkeit für Gottes gute Schöpfung, und 2012 stand die Geschichte "Gott wohnt bei uns im Apfelbaum" im Mittelpunkt.
Für den festlichen Charakter der Gottesdienste sorgte in musikalischer Hinsicht - wie stets verlässlich -  der Evangelische Posaunenchor Eltville. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es leckere, aus frischem Gemüse selbst bereitete Herbstsuppen.

 

Quelle: ekhn.de

Reformationstag und Halloween

Gemeinsamkeiten

Seit einigen Jahren verbreitet sich auch in unserer Kirchengemeinde der aus dem frühchristlichen Irland stammende und von dort in die USA importierte Brauch, am Vorabend von Allerheiligen Halloween zu feiern.

Der mittlerweile konsumorientierte Gruselkult basiert auf der früheren Annahme, dass die armen Seelen der Verstorbenen aus dem Fegefeuer ihre Gräber besuchen, wo sie mit den Angehörigen in Verbindung treten können.

Mit diesem Hintergrund steht die Halloween -Welle weniger im Gegensatz zum evangelischen Reformationsfest, als die meisten glauben.

Auch Luther wandte sich gegen die Angst. Er hat sich für die Erneuerung seiner Kirche eingesetzt und betonte die Freude am Leben. Er bestärkte die Menschen darin, keine Angst zu haben und Mut zu beweisen, da Gott an unserer Seite ist. Der Glaube besiegt die Angst und hilft einem, damit umzugehen.

Die beiden Ereignisse fallen zusätzlich auf dasselbe Datum und spannen damit einen zweiten Bogen vom Aberglauben zum Glauben.

„Lutherbonbons“, die den fröhlich zwinkernden Reformator aus dem Mittelalter zeigen, gelangen tonnenweise in Umlauf. Sie geben Gelegenheit, dem im Oktober in Halloween mündenden  - scheinbar wachsenden - Bedürfnis nach öffentlichen Bräuchen mit Spaßfaktor, eine evangelische Nuance zu geben und vielleicht sogar die Hilfen Luthers gegen die Angst ins Gespräch zu bringen.

 

Fastnacht und Fasten

Wo Glaube ist, da ist auch Lachen“ Martin Luther

Gelacht wird im Rheingau viel. Insbesondere zu Fastnacht. Die städtegleichen Privilegien der Rheingaugemeinden unter dem Erzbistum Mainz im Mittelalter prägten selbstbewusste Rheingauer. Dies zeigt sich im modernen 21. Jahrhundert noch in den tradierten Fastnachtsritualen, die zwar beeinflusst von Karnevalshochburgen entstanden, aber bis heute eine eigene und freie Form der Fastnacht aufweisen.

Im Gebiet unserer Kirchengemeinde gelten in Kiedrich die Schnorrerrallye an Weiberfastnacht und der Rosenmontagsumzug als karnevalistische Höhepunkte, die überregional bekannt sind und jährlich närrische Zuschauermassen und Mitmacher aus anderen Rheingaugemeinden in den kleinen Ort locken. Der hessische Rundfunk übertrug in den letzten Jahren beide Veranstaltungen mehrmals im Fernsehen.

Am Aschermittwoch wird insbesondere in Erbach nach Einbruch der Dunkelheit der mimische Tod der Fastnacht zelebriert. Mit Fackeln und Trommeln geleiten weiß verhüllte Gestalten und Fackelträger eine lebensgroße Puppe auf einer Bahre durch den dunklen Ort bis an den Rhein. Unter dem Verlesen des Gedenkens an die zurückliegenden tollen Tage wird anschließend eine Flaschenpost stellvertretend ins Wasser geworfen, die in ihrem Inneren für den Finder Eintrittskarten für eine Erbacher Fastnachtssitzung bereithält. Dieses Leichengeleit wird mit Getrommel und unter schaurigem Wehklagen sowie dem Werfen von Erbsen, Bohnen und Linsen an die Fenster und Briefkästen des Ortes begleitet. Das Lärmmachen ist Schwerpunkt dieser Tradition.

Ob die Geister der Fastnacht sich auf den Hülsenfrüchten auch zu Tode rutschen sollen, ist nicht bekannt, jedoch ist der Tod die Voraussetzung für eine Auferstehung in besserer Gestalt. Mit dem Begräbnis der Fastnacht und dem Schlag der Mitternachtsstunde nimmt die Fastenzeit ihren Anfang, die mit dem Verzicht auf liebgewordene Gewohnheiten wie üppiges Essen, Rauchen, das Trinken von Alkoholika, Fernsehen oder Internet die Fastenden darauf vorbereitet, dem Heiligen Geist in uns Raum zu geben. Die Reduzierung der Zufuhr des materiellen Lebens- und Genussmittelumfangs zu Gunsten der Auffüllung durch geistig-göttliche Kraft ist das Ziel. Die Konzentration auf das Wesentliche außerhalb des Alltags soll den Fastenden die Fülle Gottes spüren lassen.

Aber es geht auch ohne Fasten. Unser Reformator Luther fastete zwar seinerzeit selbst, lehnte das Fasten aber zugleich als „gutes Werk“ ab: Der Mensch werde „nicht durch das Fasten angenehm bei Gott, sondern allein durch die Gnade allein durch den Glauben“. Martin Luther verstand das Fasten demnach als eine Art höchtpersönliche Übung jedes Einzelnen und lehnte eine Festlegung auf eine allgemein gültige Fasten-Regel für die Gläubigen insgesamt ab. Wichtig ist die Gesinnung!

Wer diese "gute Erfahrung" mit anderen teilen will, kann an einem Heilfastenkurs teilnehmen, den die katholische Pfarrgemeinde St. Peter und Paul und TRIANGELIS in der ersten Woche der Passionszeit anbieten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. 

Die Evangelische Kirche Deutschlands begleitet die Fastenzeit mit der Aktion 7 Wochen Ohne (http://www.7wochenohne.evangelisch.de/). Inzwischen nehmen jedes Jahr viele Millionen Menschen an dieser Aktion teil.